Radfahren in den Niederlanden

In den Niederlanden ist Fahrradfahren weit entwickelt

Einigermaßen erstaunt bin ich in Enschede, vielmehr auf den Weg von der deutschen Grenze nach Enschede, dass neben der Straße vierspurige Radwege verlaufen, zwei für jede Richtung. In Anlehnung an die Autobahn eine Fahrradbahn! Nun ja, Holland, Radlland, denke ich, nicht ganz politisch korrekt. Als ich nach Deventer weiterfahre, und dann dort mich Richtung Stadtmitte bewege, staune ich noch mehr. Die Radwege sind inzwischen  sechsspurig ausgebaut. Die Kreuzungen mit Autowegen – so nenne ich hier mal die Spuren, die für die Autos reserviert sind – folgen anderen Regeln, als ich sie jemals kennengelernt habe.

Radfahrer_innen und Fußgänger_innen habe unterschiedliche Anforderungsknöpfe

Nicht nur, dass es getrennte Ampeln für Fußgänger_innen und Radfahrer_innen gibt, die auch unterschiedliche Phaseneinteilungen haben. Jede dieser Ampeln hat einen eigenen Anforderungsknopf. Wenn es grün für die Fahrräder wird, heißt das z.B. nicht, dass auch die Fußgänger_innen überqueren dürfen. Sie haben ja das Grün nicht angefordert. Auch kann sich die Grünphase für Fahrräder auf die Überquerung genau meines Fahrrades beziehen, ist also relativ kurz, so dass sie für Fußgänger_innen unbrauchbar ist.

Sogar durch den Wald gibt es eigene Wege für Fahrräder und forstwirtschaftliche Fahrzeuge

Sondern, vielmehr noch, es gilt der Grundsatz: Grün für den Anforderer. Wenn ein Auto zuerst anfordert, dann darf es zuerst passieren, wenn ein Fahrrad zuerst kommt, dann schaltet die Autoampel auf Rot und die Fahrradampel auf Grün. Kaum die Straße überquert, wird diese dann wieder rot. Optimale Anpassungsstrategie. Das kann bei komplexen Kreuzungen dazu führen, dass die Anforderungsrichtung eine grüne Phase bekommt, während die Gegenrichtung warten muss. In den größeren Städten, wie in Amsterdam, gelten, bedingt durch das höhere  Verkehrsaufkommen, solche Regeln nur sinngemäß. Hier werden die Phasen so optimiert, dass auch hier gilt: Bei den Vorfahrtsregeln ist jeder gleichberechtigt. Ob Rad oder Auto, jeder wird gleichbehandelt. Hohes Aufkommen auf der Radspur bedingt eine längere Grünphase für Rad und umgekehrt. Und das heißt auch, dass es auch durchgehende Grünphasen für Fahrräder gibt, etwas, was ich hierzulande nur für Autos kenne. Endlich auf Augenhöhe mit den Autos!

Die Innenstädte – niedrig, autofrei, wie hier in Deventer
Alle Einkäufe werden mit dem Fahrrad erledigt, hier in Amersfoort
Tausende Fahrräder am Bahnhof in Amsterdam

Rechtsabbiegende LKWs sind keine Gefahr

Wie ist die Regelung für die rechtsabbiegenden Autos und LKWs, eine der häufigsten Unfallquellen für Radfahrer_innen? Die Antwort ist einfach. Wo immer es geht, – und das hat natürlich mit Stadtplanung und Stadtentwicklung zu tun -, gibt es eine eigene Ampel für den rechtsabbiegenden Verkehr.  Konflikte wegen gleichzeitigem Fahren gibt es dann nicht mehr. Wo das nicht möglich ist, werden die Radwege soweit von der Kreuzung weg verlegt, dass ein Rechtsabbieger_in das überquerende Fahrrad von vorne sieht und nicht auf den Seitenspiegel angewiesen ist. Das kennt man eigentlich auch in Deutschland, trotzdem habe die meisten Kreuzungen das noch nicht realisiert.

Eine der zahlreichen Knotenpunkte für Mitfahrgelegenheiten mit dem Auto. Dort werden die Fahrräder wetterfest geparkt

Ein besonderes Schmankerl für die Eiligen ist, dass zur jeden Fahrradampel eine rückwärtslaufende Uhr angebracht ist, die die Zeit bis zur nächsten Grünphase angibt und man sich daher ausrechnen kann, ob man nun absteigen oder im Sattel warten kann. In Kombination mit einer durchgehenden Grünphase für Radfahrer gibt es dann den Effekt, dass die Uhr sofort auf null Sekunden zurückfällt, wenn ein Radfahrer_in vorzeitig das Grün erhält. Oder, wenn man scheinbar noch 30 Sekunden warten muss, weil gerade ein Auto Vorfahrt hat, diese dreißig Sekunden aber dann plötzlich auf eine Sekunde zurückfallen, weil kein Auto mehr die Kreuzung beansprucht und man deshalb nicht die restlichen 29 Sekunden sinnlos ausharren muss.

Das NEMO Wissenschaftsmuseum in Amsterdam
An den Grachten im Amsterdam ist es zu eng für Autos

Grüne Welle für die Radfahrer_innen

Nicht genug damit: Wenn kein Auto in der Nähe ist, dann fallen die 30 Sekunden sofort auf null und die Ampel schaltet auf grün, ohne dass man den Anforderungsknopf drücken muss. Bei durchgehenden Grünphasen passiert es sogar, dass die Ampeln auch dann auf Grün schalten, wenn Autos vorhanden sind, und diese dann warten müssen. Vorfahrtsregeln nach dem Gleichberechtigungsprinzip!

Induktionsschleifen im Belag ermöglichen eine grüne Welle für Fahrräder

Möglich wird das durch das Einlassen von Induktionsschleifen in den Straßenbelag sowohl für die Autos als auch für die Fahrräder. Eine lokale Ampellogik steuert dann die Uhren und die Ampeln. Das klappt alles hervorragend in den Niederlanden.

Gibt es auch Nachteile?

Wo liegt der Hase im Pfeffer? Solchermaßen strenge Regelungen für Fahrräder und Autos haben auch zwei kleine, aber nicht zu unterschätzende Nachteile:

Erstens, auch Mopeds dürfen auf den Radwegen fahren, Mopeds, die zwar nur für maximal 25 Stundenkilometer zugelassen sind, de facto aber auch schon mal 40 Stundenkilometer auf dem Tacho anzeigen. Das gefährdet die normalen Radfahrer_innen des Öfteren, wenn diese das nicht kennen oder nicht gewohnt sind, damit umzugehen.

Zweitens aber führt der Ausbau der Radwege dazu, dass Radfahrer_innen nicht auf den Autowegen fahren dürfen. Konfliktreiche Situationen sollen so durch die radikale Trennung der zwei Welten vermieden werden. Wenn ich dann aus Versehen oder nicht, mal hundert Meter auf einem Autoweg fahre, werde ich durch wütendes Hupen auf meinen Fehler aufmerksam gemacht. Mir ist es auch einmal passiert, dass ein Auto mich so nahe überholt hat, dass zwischen Auto und mir maximal ein Zentimeter Luft war. Eine sehr gefährliche Situation, die zeigen, dass nach wie vor in manchen Köpfen eine gewisse Aversion gegen die Radfahrer_innen existiert.

Das soll aber nicht die Freude am Radfahren in den Niederlanden beinträchtigen.

Juli 2019

Wunderschöne Wege an zahlreichen Kanälen durch die Niederlanden – hier vor Leeuwarden
Auf der Insel Ameland – km weite Watt, davor eingelassene Fahrradwege
Und noch ein Eindruck von Ameland

Radfahren in Portugal

Überblick:
Teil 1: Von Monte Gordo nach Lisboa
Teil 2: Von Lisboa nach Elvas
Teil 3: Lisboa
Teil 4: Von Lisboa nach Viana do Castelo

Teil 1: Von Monte Gordo nach Lisboa

Portugal – Land im Westen Europas, Land der Fische, der Korkeichen, des Eukalyptus. Land des Fados und der Saudade. Ein schönes Land. Wenn man am Atlantik im Sand sitzt und im Sonnenuntergang dem lauten Branden der Wellen lauscht, dann stellt man sich gerne den Weg vor, den dieses Wasser in den Wellen genommen hat. Mit verschlossenen Augen nehmen die Wellen dann einen wieder mit auf den offenen Atlantik, dort wo scheinbar jedes Ziel auf der Welt erreichbar ist. Das ist es auch, diese Sehnsucht der Portugies_innen, diese Saudade hängt sehr stark mit diesen Träumen zusammen. „Ich möchte weg, ich möchte die Welt sehen, woanders mein Geld verdienen“.

Ein erster Blick auf Portugal – auf Vila Real de Santo António über den Fluss Guadiana in der Algarve

Das scheint ein Widerspruch, nicht? Jede_r Portugies_in ist zehnmal lieber in Portugal, – frägt man sie_ihn, aber im letzten Jahrhundert hat es einen Exodus gegeben, aus politischer und auch aus wirtschaftlicher Not heraus. Und saudade heißt dann im Exil, die Sehnsucht zur Rückkehr, dort wo man die Träume wieder von vorne erträumen kann.

Die Algarve

Lässt man diese geschichtliche Dimension weg, begegnet dem Radfahrenden Portugal mit kleinen Dörfern, hell und wenig strukturiert. Aber man fühlt sich dafür ungemein willkommen.

Trifft so genau auf die Lebensphilosophie vieler Portugiesen zu:
„Ich bin geboren worden, um glücklich zu sein und nicht perfekt“.

Dieser Spruch auf dem Bild „eu nasci pra ser feliz e naõ perfeito“ („Ich bin geboren worden, um glücklich zu sein und nicht perfekt“) entspricht – nach allem, wie ich die Menschen in und aus Portugal kennen gelernt habe- so genau der Lebensphilosophie, dass ich diesen Schnappschuss aus Olhaõ in der Algarve zu meinem Lieblingsfoto erklärt habe. In Portugal ist nichts perfekt, die Mülleimer nicht geleert, die Wand nicht gestrichen, die Straße eine Sackgasse, aber dafür lebt man anders, vielleicht sogar glücklicher, wenn ich diese etwas unpolitische Unkorrektheit mal so schreiben darf.

Die 70 Jahre färben auch hier ab – Touristenburgen in der Algarve – hier Monte Gordo
Olhão – Stadtmitte
Mit dem Boot von Olhão auf die vorgelagerte Insel Culatra, die zum Teil wegen Munitionsreste aus dem ersten Weltkrieg gesperrt ist
Auf Culatra in der Algarve
Sie dürfen nirgendwo fehlen in Portugal – gegrillte Sardinen

Essen gehört zur jeder Kultur und ist in jedem Land recht unterschiedlich. Wann immer es um das Kennenlernen eines Landes geht, ist der Posten „Essen“ mit unterschiedlicher Gewichtung dabei. In Portugal besonders stark. Dabei geht es nicht um filigrane, ausgefeilte Menüs, wie z.B. in Frankreich, es reicht, das zuzubereiten, was das Land in natürlicher Weise hergibt. Fisch ist das Hauptgericht einer Kulinarik, die sich des fischreichen Golfstromes vor der Küste bedienen kann. Noch, – denn der Abgriff weit draußen vor der Küste durch riesige Fischtrawler setzt den Beständen zunehmend zu.

Orangenplantagen im Hinterland der Algarve

Das Hinterland der Algarve kennt nur wenige Großgrundbesitze, was zu einer hohen Diversität der Flora führt. Wunderschön anzuschauen ist die Abwechslung von Orangenhainen, Korkbaumhainen und die vielen Gemüsefelder der einzelnen Kleinbauern. Aber der Eindruck darf nicht täuschen. Kleinbauern können heute kaum noch überleben. Zum Glück gibt es den Tourismus, das sei an dieser Stelle auch mal kritisch bemerkt. Dieser ermöglicht es fast allen, in der einen oder anderen Form ein Zubrot zu verdienen.

Touristische Trabantenstadt Armação de Pêra

Wer die offizielle EuroVelo Karte anschaut, der erwartet in der Algarve einen ausgebauten und beschilderten Fahrradweg des EuroVelo 1 Abschnittes. Dies ist aber nicht so. Ich habe weder einen Weg noch ein Schild sehen können. Dass ich da nicht blind war, bewiesen mir die zahlreichen Anfragen entgegenkommender Radler, wo denn hier die Euro1 sei. Gleiches gilt auch für Rest-Portugal, zumindest bis Lissabon. Das ist sehr schade, Portugal ist kein klassisches Radfahrer Land, so wie Frankreich und sogar Spanien. Ich denke und hoffe, dass sich das noch ändern wird.

Ein Museum für Skulpturen aus Sand: Hier Yoda aus Star Wars nachgebildet in der Sand-City in Pêra
Klein und überschaubar – die Innenstadt von Lagos
Korkeichen im Innenland der Algarve
Endlich am Atlantik – hier in Aljezur

Im nordwestlichen Zipfel der Algarve liegt die uralte Stadt Aljezur, die wie der Name schon ausdrückt, eine alte maurische Stadt ist, al jazair („Inseln“) übersetzt. Algeciras in Spanien hat übrigens die gleiche Wortherkunft. Von Süden kommend, ist es das Tor zum Atlantik, das Meer ist wild, frisch, sauber, die Strände weiß, groß, der Sand angespült und füllt die Buchten der ursprüngliche Felsküste. Auch hier traf das große Erdbeben von 1755, welches Lissabon bis auf eine Handvoll Häuser zerstörte, das Mark der Stadt. Was man heute sehen kann, ist der Wiederaufbau im 18 Jahrhundert.

Kleine Gassen in der Innenstadt von Alt- Aljezur

Der Alentejo

Einsame Straßen im Alentejo, hier nach Melides

Weiter an der Küste nach Norden trifft man auf den für mich schönsten Küstenabschnitt in Portugal, – ein durchgehender Sandstrand von Sines bis Setubal. Wir sind bereits im Alentejo (jenseits des Tejos), im Land der Kornkammer, des Weines, der Korkeichen, des Mamorabbaus. Es ist nicht so überlaufen wie in der Algarve, was natürlich daran liegt, dass das Wasser relativ kühl ist und meist hohe Wellen hat – im Schnitt nur 17 Grad, auch im Hochsommer. Aber im Landesinneren kann es durchaus 40 – 45 Grad heiß werden.

Ursprünglich und wunderschön: Die Strände von Sines bis zur Troía

Teil 2: Von Lisboa nach Elvas

Über Lissabon selbst berichte ich weiter unten.

Évoramonte mitten im Alentejo
Abendsonne über den Alentejo – Blick von der Burg in Évoramonte

Im Zentrum von Alentejo, nur etwa 30 km von Évora entfernt, befindet sich die Burg Évoramonte mit einer Terasse nach Westen, wo man abends den Sonnenuntergang sehen und das hügelige Panorama des Alentejos bewundern kann.Diesen Blick müssen die Römer und Mauren früher auch gehabt und sich dabei wohlgefühlt haben. Der Alentejo war eine der ihrer Hochburgen.

Abbau von weißem Marmor in Estremoz
Elvas – das Tor nach Spanien, mit dem 4 stöckigem Aquädukt aus dem 16 Jhrt.

Die weiteren Routen in Spanien kann man hier nachlesen.

Teil 3: Lisboa

Lissabon – Lisboa

Landung in Lissabon mit der Fähre – das Denkmal von Heinrich, dem Seefahrer

Lissabon – die für mich unglaublichste Stadt Europas, wird immer noch als eine der schönsten Städte der Welt gelistet. Hier war der Hafen für die Entdeckungen in ferner Zeit, Ursprung einer brutalen Kolonialzeit, an der sich die anderen Staaten Europas ebenfalls beteiligten. (Diese Zeit dauerte immerhin bis 1975, fast 400 Jahre lang. Viele Völker wurden versklavt und zu Tode gefoltert. Heute werden alle diese Länder in die Pflicht genommen, ein Teil des Schadens wieder gut zu machen. Ob es gelingt, den Völkerfrieden wieder herzustellen?)

Lissabon – auf 7 Hügeln erbaut, – wurde 1755 nach dem verheerenden Erdbeben neu aufgebaut, In der Innenstadt – die Baixa wurden geradlinige Prachtstrassen angelegt, die Stadt neu designed. Eine Novität in der damaligen Zeit. In der Folgezeit kamen viele Parkanlagen dazu und ein Tramnetz, welches Lissabon heute so berühmt macht.

Die Altstadt Lissabons – In den Klauen von Europas Spekulationsmakler

Allerdings hat die „Schönheit der Stadt“ heute einen hohen Preis. Immobilienhaie haben die Altstadt Lissabons fest im Würgegriff. Für die einen der Rausschmiss aus der Stadt, weil sie die Mieten nicht mehr zahlen können, für die anderen ein Glücksfall, weil so die Stadt vor dem Zerfall bewahrt wird.

Die Basilika von Estrela in Lissabon

Auch wenn sie sich stark verändert hat : Lissabon ist die Stadt meiner Kindheit, verwinkelt, es gab und gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Und der Badestrand ist nicht weit entfernt. Heute mehr denn je, denn zwei Brücken verbinden den Mittelteil Portugals mit dessen Südteil . Autobahnen wurden gebaut, die meisten nach 1986, als Portugal in die EU eintrat. Der ÖPNV ist gut ausgebaut, aber langsam. Und er ist kein Verkehrsverbund. Jedes Umsteigen kostet extra. Wieder ein Argument für das Fahrrad.

Flugzeuglärm trübt den Aufenthalt in Lissabon
Nicht ganz ungefährlich – die Straßen in Lissabon sind nicht alle fahrradtauglich

Allerdings ist Radfahren in Lissabon eine Qual. Erstens sind die sieben Hügel, auf denen Lissabon gebaut ist, sehr steil und es kostet Mühe, sie zu bezwingen, zweitens haben viele Straßen noch ein Kopfsteinpflaster, welches nur „ungefähr“ plan aufgebracht wurde und damit für Fahrräder schwer zu befahren sind. Ähnliches gilt für ganz Portugal: Die Infrastruktur berücksichtigt das Radfahren nur sehr zögerlich. Vorsicht auf den Straßen ist überall geboten.

Das Aquädukt in Lissabon – es hat das große Erdbeben 1755 fast unbeschädigt überstanden
Immobilienwahn in Lissabon: Hier Anzeige einer Immobilienfirma: „Wir tun alles, damit Sie Ihr Haus verkaufen“.

Viele Lissaboner_Innen wohnen zur Zeit in den Trabantenstädten rings um Lissabon und überlassen die Kernstadt diesen Immobilienmaklern. Schade eigentlich, weil die vielen schönen Plätze zunehmend verwaisen, bzw. ausschließlich touristisch genutzt werden.

Teil 4: Von Lisboa nach Viana do Castelo

Den nächsten Abschnitt lege ich mit dem Auto zurück. Meine Frau kommt mich besuchen und wir gönnen uns diese Ausnahme. Ausnahme auch in Bezug auf diesen Blog, aber dazu stehe ich. Es geht um Gleichberechtigung auf der Straße und nicht um ein purifiziertes Fahrradfahren.

Wir fahren nordöstlich in den Ribatejo, rüber über Leiria und Coimbra nach Norden. Weiter nach Porto und Viana do Castelo, bevor wir dann wieder die Rückfahrt nach Lissabon antreten.

Der Ribatejo und die Estremadura

Der Tejo im Hinterland leidet: Er bekommt zu wenig Wasser. Fast alle Flüsse in Portugal sind von den Hinterläufen in Spanien abhängig. Hier in Santarém

Wenn man in Santarem aus dem Jardim das Portas do Sol („Garten der Sonnentore“) von oben hinunterschaut auf den Tejo, dann sieht man, wie dieser leidet. Er versandet zunehmend, und was übrig bleibt, wird weiter flussaufwärts durch Industrieabwasser verschmutzt. Dagegen stellt sich in Santarem nun eine breite Bürgerbewegung.

Überhaupt profitieren Städte im Landesinneren nur dann vom Touristenboom, wenn sie (sehr) alte Ausgrabungen anzubieten haben. Santarem als Hauptstadt des Ribatejos dagegen verwaist zunehmend, die Innenstadt zerfällt immer weiter. Denn auch die Portugies_innen zieht es zunehmend dahin, wo alle wohnen, an die Küste, in die Hauptstadt.

Noch ist der Druck zu klein, um eine Umkehrbewegung zu initiieren nach dem Motto: Entdeckt Euer Binnenland wieder. Dazu ist die Infrastruktur des Binnenlandes nicht entwickelt genug. Aber ich glaube, dass dieses bald kommen wird.

Das ist natürlich nichts Portugal spezifisches, das habe ich in den Ländern Frankreich und Spanien genauso erlebt.

Wildes Meer, offener Atlantik bei São Pedro de Moel

Wir fahren weiter und kommen in das Gebiet rund um Leiria. Uns stockt der Atem: Soweit das Auge reicht, sind verbrannte Wälder zu sehen, nur die schwarzen Gerippe der abgebrannten Baumstämme stehen noch. Das ist der Stand August 2018. Wir fahren 20 bis 30 Kilometer durch solch ein Gebiet bis nach São Pedro de Moel, das an einem wilden, sehr schönen und abgelegenen Strand liegt. Das Dorf selbst ist sehr touristisch, und schon immer verbrachte hier die Elite Lissabons ihre Ferien.

Porto

Die Haupthalle des Bahnhofes in Porto

Porto- das war lange Zeit die heimliche Hauptstadt Portugals. Vor allem im 18ten und frühen 19ten Jahrhundert war hier die Industrie angesiedelt, nicht zuletzt wegen der Verschiffung des Portweines. Auch heute noch ist die Industriedichte hier weitaus größer als in Lissabon. Man sagt auch – und da sind sich die Menschen in Portugal ausnahmsweise einig- „In Porto arbeitet man, in Lissabon lebt man“.

Darüber hinaus ist Porto zu einer hippen Stadt für junge Tourist_innen geworden. Da die Altstadt viel kleiner ist als in Lissaon, bedeutet das ein Massengeschiebe in der Hochsaison. Aber auch sonst ist Porto zu einer ganzjährigen Touristenstadt geworden. Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Diese Stadt hat nichts mit den geschniegelten Städten Deutschlands oder Nordeuropas zu tun. Hier herrscht die Buntheit des Lebens, scheinbar ohne äußere Zwänge.

Das täuscht natürlich, denn auch Porto, und vor allem die Innenstadt und die Uferviertel befinden sich zunehmend in den Fängen von Spekulanten.

Die Altstadt Ribeira in Porto
Die zweistöckige Brücke Ponte Dom Luís I, erbaut von Eiffel von 1881

Im Douro Litoral und Alto Douro

Im Ursprungsland des Portweines: Im Hinterland des Douro

Heißt Porto so, weil dort der Porto herkommt? Wenn nicht, wo kommt dann der Portwein wirklich her? Das sind die Standardfragen einer_s Besucherin_s, wenn er_sie in die Region fährt. Um die Fragen aufzuklären: Porto heißt Hafen und tut natürlich nichts anderes, als den Portwein in die weite Welt zu verschiffen, meist nach England, denn viele der Portweinkellereien gehören englischen Familien seit Generationen. Noch nicht einmal die „Kellereien“ in der Vila Nova de Gaia sind wirkliche Kellereien. Manche waren es früher einmal, heute sind sie nur noch Showrooms für die Tourist*Innen.

Der Portwein selbst kommt aus dem Hinterland des Douros. Dort werden Wein angebaut und der Wein in den Kellereien veredelt. Deshalb heißt der Wein eigentlich korrekt: Dourowein. Man nennt ihn aber Portwein zur Unterscheidung der veredelten von den nicht veredelten Weinen aus der Region. Zentrum dabei ist Peso da Régua. Wenn man dahin fährt, dann versteht man, warum dort der Wein besonders gut gedeiht. Steile Hänge rechts und links des Douros ermöglichen viel Sonneneinstrahlungen, felsige Hänge die Wärmespeicherung.

Eine Bootsfahrt auf dem Douro bei Peso da Régua

Unvergessen bleibt dabei eine Bootsfahrt den Douro hinauf, vorbei an den Weinhängen und den vielen auch in Deutschland wohlbekannten Portwein Kellereien,

Im Minho

Santoinho in Viana do Castelo – Ein Festabend in einer Quinta mit minhotischen Tänzen. Ein Muss für alle, auch für die Portugies_Innen

Am nördlichsten Zipfel Portugals kann man in den Minho eintauchen. Wie überall in Portugal sind in den Grenzgebieten Einflüsse der jeweils anderen Seite in Spanien zu entdecken, hier die des Galiziens. Man ist stolz, Minhote zu sein, man hat seine eigene Musik, seine eigenen Tänze. Minhotische Tänze kann man entdecken, wenn man nach Santoinho fährt. Es liegt südlich der Hauptstadt Viana do Castelo.

In Santoinho kann man 2 mal wöchentlich auf einem Gutshof die minhotische Kultur kennen lernen. Für einen Beitrag von ca 13 Euro gibt es neben „all you can eat“, „all you can drink“ auch ein „all you can dance“. Das Essen schließt Sardinen, Fleisch, Suppe, Wein ein. Zuerst werden dabei die typischen minhotischen Tänze aufgeführt, bevor dann alle auf das Tanzparkett eingeladen werden. Ein echtes Vergnügen nicht nur für Tourist_innen.

Natürlich sollte man auch Viana do Castelo mit der relativ neuen Kirche Igreja de São Domingo als Wahrzeichen hoch oben auf dem Berg besuchen. Viana hat auch die Dienste des Architekten Eiffel in Anspruch genommen, wie auch in Lissabon mit dem Elevador de Santa Justa. Hier erbaute er die wirklich sehenswerte Brücke über den Fluss Lima.

Am Ende dieses Ausfluges geht es über Ericeira wieder zurück nach Lissabon. Dieses kleine Fischerdorf ist inzwischen so touristisch, dass man von den Fischern nicht mehr viel sieht, man muss sie suchen. Viele Tourist*Innen benutzen Ericeira auch als Ausgangspunkt für Lissabon-Touren. Die Strände sind klein und voll und in der Stadt quirlt das Leben. Eindrucksvoll die Steilküste vom Strand hoch zur Stadt.

Radfahren in Spanien

Überblick:
Teil 1 : Durch Catalunya und Mallorca
Teil 2: Von Valencia bis Ayamonte
Teil 3: Von Badajoz nach Salamanca
Teil 4: Von Salamanca nach San Sebastian/Donostia

Teil 1: Durch Catalunya und Mallorca

Ich durchquere Spanien von Südosten nach Südwesten, von Zentralspanien nach Nordosten, Ich komme von Perpignan, auf der französischen Seite und überquere die Pyrenäen auf der legendären römischen Handelsroute Via Domitia und komme in La Junquera in eine Grenzstadt, in der überall gehandelt wird, LKWs ihre Ladung wechseln. Aber die Flora ist südländisch. Überall sieht man den Ginster blühen.

Bunte Berglandschaft in den Pyrenäen – hier bei Capmany in den Pyrenäen

In Spanien gibt es wenige reine Radwege, es gibt nur drei Routen im Eurovelonetz – die Nr. 1 (Nord-Süd), Nr 3 (Norden) und die Nr 8 (Süd). Für den Rest muss man sich daran gewöhnen, auf dem Seitenstreifen der Nationalstraßen fahren zu müssen, was übrigens geduldet wird. Die Seitenstreifen sind mindestens 1,5 Meter breit, das reicht aus, bequem darauf zu radeln, allerdings mit einer erheblicher Lärmbelästigung. Die Autofahrer sind angehalten, 1,5 Meter Abstand zu halten, woran sich die meisten halten. Das habe ich in ganz Europa so nicht erlebt, obwohl die Regel überall gleich ist.

Catalunya

Dali – Museum in Figueres

Spanien – hier Katalonien befindet sich in Aufruhr. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen werden mit harter Hand bestraft. Politiker werden ins Gefängnis gebracht, gewählte Bürgermeister werden abgesetzt. Überall sind die sichtbaren Zeichen des Protestes zu sehen – eine gelbe Schleife. Sie steht für die Aufforderung: Lasst die Gefangenen frei!

Catalunya – Sichtbares Zeichen des politischen Konfliktes: Lasst die Gefangenen frei
Girona- mit der ungeraden Kathedrale
Strand in Blanes im Frühling Anfang Mai – noch ist es einsam
Steile, wilde Küste an der Costa Brava bei Mataró
Menschen tanze auf der Straße in Badalona

Ich komme nach Barcelona, eine der wichtigsten Industriemetropolen Spaniens. Die Menschen machen Gruppentanz auf der Straße, wie im Bild in Badalona. Barcelona hat eine sehr schöne Innenstadt. Sehr bekannt ist La Rambla, eine Allee durch die Innenstadt. Mit dem Fahrrad lässt sich die Innenstadt in ein paar Stunden erobern, Prachtbauten überall, die zeigen, dass Barcelona ein reiche Stadt ist. Aber es sind sehr viele Tourist_innen – ganzjährig- dort. Und die Wohnungspreise sind so hoch, dass die Bewohner der Stadt ins Umland zurückgedrängt wurden.

Barcelona – enge, kleine Innenstadt – hier im Regen

Mallorca

Mallorca -steile Badeküste bei Sa Rápita

Von Barcelona mit dem Schiff nach Mallorca. Diese Insel hat sehr viele wild zerklüftete Uferpassagen, ein Flair vom Mittelmeer. Wenn nur nicht die vielen Tourist_Innen wären. In den Sommermonaten werden allein 100.000 Mietautos (2017 laut www.mallorcazeitung.es) auf der Insel sein. Die Bevölkerung wehrt sich. Die Wege auf Mallorca sind kanalisiert durch Mauern und Zäunen, entweder als Besitzschutz oder aus Naturschutzgründen vor dem Betreten durch die Tourist_Innen. Ein Besuch mit gemischten Gefühlen. Die Spaziergänge und Radfahrten durch die Landschaften und am Meer aber sind durch ihre Unterschiedlichkeit absolut empfehlenswert.

Alle Badegelegenheiten werden auf Mallorca genutzt – auch die steilen Felsen als Sprungschanze
Das meiste Gebiet auf Mallorca ist gesperrt – wegen Privatbesitz oder wegen Naturschutz
.. dennoch ist ein Spaziergang direkt an der Küste ein Genuss
Die Kathedrale in Palma ist eine der großen Touristenattraktionen, aber auch schon im Mai einfach überlaufen

Teil 2: Von Valencia bis Ayamonte

Communidad Valenciana

Wieder an Land in Valencia. Ich hatte Orangenhaine erwartet, mir begegnen aber Reisfelder. Die Gegend hat viel Wasser, sodass die Orangen mehr im Hinterland zu finden sind.

Valencia – majestätischer Plaça de l´Ajuntament
Um Valencia- Reisanbau – nicht jeder Kanal führt sauberes Wasser
Auf den Weg nach Alicante – moderne Strandgebäude, aber dreiviertel des Jahres leerstehend
Calp – die Bettenstadt mit dem Penyal d’Ifac
Palmenpark vor Alicante – Park aus dem Märchenland

Aus Alicante selbst kann ich nicht viel berichten. Auf der Durchreise konnte ich nichts Aufregendes entdecken, außer einem riesigem Yachthafen, der den Blick zum Meer verstellt. Der Palmenpark aber etwa 10 km außerhalb von Alicante ist eine Sehenswürdigkeit. Ein riesiger Botanischer Garten mit Wasserfall. Dieser Park hat mir sehr imponiert.

Jede Menge Salzgewinnung auf dem Weg nach Torrevieja
Der Fahrradweg von San Javier nach Murcia, die Autobahn ist begradigt, der Radweg .. nicht
Murcia – die Blumenstadt – in einem der trockensten Gebiete Spaniens

Andalucia

Mitten im Juni – die Sierra Nevada bei Granada

Endlich in Granada, die unglaubliche Stadt, in der die Vergangenheit die Gegenwart berührt. Alles in dieser Stadt atmet Alhambra, die gotische Kathedrale steht in dessen Schatten, nicht nur historisch,sondern auch topologisch in der unteren Altstadt. Der Campingplatz liegt 10 km außerhalb auf einer Anhöhe, von welcher man in der Abendsonne die Alhambra sehen kann.

Granada steht auch heute noch im Schatten der Alhambra
Zugang zu einem der zahlreichen Gärten in der Alcazaba in der Alhambra
Jeder Kalif baute neue Gärten mit immer wieder eigenen Stilen in der Alhambra

Weiter geht es nach Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens. Diese Stadt gehört zu den drei historischen Städten Córdoba, Granada und Sevilla. Mich erwartet ein sagenhafter Reichtum an gewaltigen Gebäude, Plätzen und Parkanlagen. Man taucht ein in eine Welt, in der man in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart leben und fühlen kann. Allein die Tatsache, dass Sevilla eine der größten Innenstädte Europas hat deutet an, was man darin alles entdecken kann. Obwohl auch hier touristisch sehr gut besucht, fällt diese Menge an Menschen allenfalls nur dann richtig auf, wenn man eine Eintrittskarte in den Palácio Real El Alcázar lösen will und etwa eine Stunde Wartezeit in der Sonne in Kauf nehmen muss. Aber es gibt eine Lösung und die heißt auch hier: Vorkauf im Internet. Ansonsten kann man vielem viele Tapas Bare entdecken. Man kann sich verlaufen, aber mit dem Fahrrad ist es ein wunderschöner Tagesausflug. Es lohnt sich, hier mehrere Tage zu verbringen.

Sevilla – die alte Universität
Sevilla- der Plaza de España – ein klein Venedig
Im Palácio Real de Alcázar in Sevilla – wieder wunderschöne Gärten und Höfe

Auf dem Weg nach Portugal durchquert man die Naturparks von Doñana und Odiel. Sie sind mit dem Auto nur begrenzt zu durchfahren, aber Fußgänger und Radfahrer sind erlaubt. Ein Naturschauspiel der besonderen Art. Speziell der Park de Odiel ist riesiges Rückzuggebiet für alle Vogelarten, die hier auf dem Weg von Afrika nach Nordeuropa Rast und Brutzeit einlegen.

Die Marismas del Odiel sind nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen – ein Naturpark und Vogelnistplatz für viele Zugvögel

Teil 3: Von Badajoz nach Salamanca

Estremadura

Das Stadttor von Badajoz

Welch ein Unterschied, aus der Stadt Elvas in Portugal nach Badajoz zu fahren. Hier herrschen wieder die unifarbenen Hochhäuser, ist das Leben in der Sonne mittags ausgestorben. Will nicht heißen, dass der Plaza de España als zentraler Platz nicht seinen majestätischen Reiz ausstrahlt.

Übrigens: Wer durch Spanien fährt, der soll mal versuchen, eine Stadt zu finden, die keinen Plaza de España besitzt. Um ehrlich zu sein, ich habe keine kleinere und mittlere Städte gefunden, die einen solchen Platz NICHT haben. Man stelle sich vor, in Deutschland hätte jeder mittlere Stadt einen Deutschlandplatz. Mein Schreibprogramm zeigt bei diesem Wort einen Schreibfehler an, – auch ein Zeichen.

Mérida – Haupstadt Lusitaniens in der Römerzeit mit seinem Theatron

Ich habe auf meiner ganzen Reise keine Stadt gesehen, die so sehr von den Ausgrabungen der Römer geprägt ist wie Mérida, ca 60 km nördlich von Badajoz in der Estremadura gelegen. Das Amphitheater allein wird als Kulisse für ein Freilufttheater wieder aufgebaut. Wie man im Bild oben sehen kann, ist auch das zweite Stockwerk der Kulisse fast soweit fertiggestellt, dass es als Theaterbühne mit integriert werden kann.Wirklich sehr beeindruckend, sodass ich gleich mehrere Tage hier verbrachte.

Schnurgerade die Straße (mit dem Standstreifen als Fahrradweg) nach Cáceres

Cáceres – wer weiß schon, dass Cáceres das Rückzuggebiet von Franco war? Sie nahm beim Putsch unter Franco am 17.07.1936 eine zentrale Rolle ein, denn sie unterstützte den Putsch, – die erste Aktion bestand darin, erst einmal jeglichen Widerstand brutal zu unterdrücken. Die erste Aktion der Militärs war, 600 Oppositionelle in der Stadt zu ermorden (!). Die Grenzstädte nach Portugal wurden sofort okkupiert, unter anderem Mérida und Badajoz, viele Menschen erschossen. Dass Cáceres über ein Jahr lang auch das Hauptquartier Francos war und dass deutsche Waffenlieferungen über Sevilla nach Cáceres geliefert wurde, wird heute nicht mehr sichtbar. Hat solch eine Stadt ein schlechtes Gewissen? Ich glaube nicht, wir würden in München angesichts unserer Geschichte erst recht ein schlechtes Gewissen haben müssen.

Gänsegeier am Straßenrand vor Cáceres

Castilla y Leon

Salamanca – die klerikale Hochschulstadt

Teil 4: Von Salamanca nach San Sebastian / Donostia

Und wieder Sonne, Weite, Monokultur – hier zwischen Salamanca und Tordesillas
Die alte Stadt Tordesillas am Duero

Abgesehen davon, dass Tordesiilas eine sehenswerte Stadt ist, liegt diese Stadt am Fluss Duero, der als Douro in Portugal durch das berühmte Weingebiet des Portweines fließt. Es gibt schöne Parkanlagen und der Campingplatz liegt direkt am Fluss mit Blick auf die Altstadt. Aber ich frage mich, wer regelt eigentlich die gerechte Teilung des Wassers zwischen zwei Länder?

Der Kampf ums Wasser

Welch ein Machtfaktor ist der Besitz von Wasser, wenn der andere im Unterlauf eines Flusses auch von dem Wasser abhängig ist – gerade in Zeiten, wo jeder der benachbarten Staaten Stauseen baut, um Klimaschwankungen auszugleichen. Ich verstehe, dass ein Fluss durch mehrere Staaten schon immer auch Kriegsgrund gewesen war und immer noch ist. Der Staat, der den Oberlauf besitzt, hat es letztlich in der Hand, zu bestimmen, wieviel Wasser durchgelassen wird. Zwar verpflichtete sich Spanien im Abkommen von Albufeira 1998 dazu, eine Mindestmenge an Wasser aus den Flüssen nach Portugal durchzulassen. Doch das Abkommen sieht auch Ausnahmen vor, von denen Spanien immer wieder Gebrauch macht, z.B. wenn Dürresituationen die profitträchtigen Obstplantagen um Valencia oder die Blumenplantagen um Murcia in Gefahr bringen. Auch sonst hält Spanien ca. 40 Prozent des Wassers, welches eigentlich nach Portugal fließen würde, in 880 Wasserprojekten zurück – mit verheerenden Auswirkungen für die Ökosysteme der Wasserunterläufe.

Stadtstrand am Pisuerga in Valladolid
Auch hier am Pisuerga verläuft der EuroVelo 1
Die gotische Kathedrale in Burgos. Dort ist El Cid aufgebahrt
Zwischen Burgos und dem baskischen Hinterland nur Erde und Himmel und Einsamkeit

Euskadi

In den baskischen Ausläufer der Pyrenäen – hier südlich von Miranda del Ebro
Bizarre Felsformationen im baskischen Hinterland. Der Fahrradwer verläuft hier auf dem Seitenstreifen der N1, eine viel befahrene und daher aute Route.
San Sebastian, die mondäne Grenzstadt mit eigenem Badestrand

Es stimmt: Durch Spanien zu fahren, ist so sehr anders, als durch Portugal oder Frankreich zu radeln. Aber es hängt auch sehr stark von der Gegend/der Provinz ab, welche Flora, welche Landschaft, ja sogar, welche regionale Kultur man entdecken kann. Während im Binnenland oft weite, eintönige Landschaften vorherrschen (vor allem in Estremadura, Castilla und Castilla y Leon), sind die Landschaften an der Küste mitunter ungemein vielfältig. Dabei spielt immer die Landwirtschaft eine gewichtige Rolle. Monokulturen versus Mischkulturen. Beide Seiten gehen fast immer mit den Besitzverhältnissen einher. Großgrundbesitz versus Kleinbauern. Das mit dem Fahrrad zu entdecken, ist besonders intensiv, weil alle Geruchswechsel, Schatten- und Sonnenwechsel auf dem Fahrrad besonders stark wirken.

Das alles ist ungemein reizvoll und bereichert.

Radfahren in Frankreich

Teil 1: Von Genf ans Mittelmeer
Teil 2: Am Mittelmeer
Teil 3: Von Hendaye nach Royan
Teil 4: Von Royan nach Orleans
Teil 5 : Von Orleans nach Karlsruhe

Frankreich ist das Land, welches mitteleuropäisches Klima und Mittelmeerklima besitzt. Daher kann man auf einer Fahrradreise durch dieses Land erleben, wie die Flora, die Gerüche und die Landschaften sich langsam ändern. In der Mitte überwiegen die Laub und Fichtenwälder, im Süden sind es die Pinienwälder und Lavendelfelder. Die Luft wird warm, dazu kommen im Süden die vielen Étangs, das sind Lagunen, die aus dem Mittelmeer gespeist werden. Auch die Fauna ändert sich, Flamingos und Reiher sind plötzlich zahlreich zu sehen. Sie stochern in den Lagunen nach Nahrung.

Teil 1: Von Genf ans Mittelmeer

Im französischem Jura Gebiet

Ich fahre von Genf nach Perpignan, durch das Jura, die Rhône hinunter, an der Mittelmeerküste entlang.

Immer wieder wird die Rhone durch Staustufen unterbrochen – wie hier bei Seysell

Die Rhône (auf französisch Le Rhône) ist einer der am meisten benutzten Flüsse in Frankreich mit 550 km Länge. Fünf Kernkraftwerke und eine größere Nuklearanlage in Marcoule benutzen das Rhônewasser zur Kühlung. Allein das Unternehmen CNR unterhält neunzehn Wasserkraftwerke an der Rhône.

Die Rhone als wilder Bergfluss bei Chanaz
Strassenlampenschmuck in Villefontaine – sog. Shoefiti. Wenn jemand weiß, warum die Schuhe aufgehängt werden, bitte mir schreiben. Eine Legende besagt, dass dies Schuhe sind, die beim Skaten oder BMX Fahren durch das Bremsen besonders schnell abnutzt sind.
Kein Fahrradweg auf dem Strecke nach Lyon

In Lyon gesellt sich die Saône zur Rhône, es wird ein breiter Strom, die Schifffahrt nimmt zu. Neben dem Fluss aber verlaufen die Voies Vertes, durch Buchen- und Birkenwälder verlaufende Fahrradwege. Sie werden rege besucht. Von Nord nach Süd wird man unterstützt durch den Mistral, ein mitunter heftig wehender Wind.

Voie verte von Lyon nach Avignon
Straßenmotiv in Valence
Schuhmuseum in Valence
Der Lavendel erblüht – hier bei Orange
Steilfelsen mit Burg bei Mornas /Rhone

Auch das gibt es: Mornas, ein planerischer Sündenfall, der unterstreicht, dass Straßenbau oft auf Kosten der einheimischen Bevölkerung geht: Unterhab der Burg befindet sich die alte Kleinstadt Mornas, ein Juwel vergangener Zeit. Heute schmiegt sich am Felsen mitten durch die Stadt die Eisenbahnlinie der Strecke Paris-Marseille, auf der anderen Seite der Stadt die Hauptverkehrstraße N7 und nur 200 Meter weiter die A7, die Autobahn von Lyon nach Marseille. In der Stadt selbst kann man sein Wort nicht verstehen, so laut wechseln sich Autolärm mit Güterzügen und TGVs ab.

Das Amphitheater in Orange
Avignon… sur le pont

Teil 2: Am Mittelmeer

Am Meer in La Grande Motte

Am Mittelmeer angekommen. Ab jetzt wechseln sich die Lagunen und Sandstrände ab. Aber die Stranddörfer sind Urlaubsunterkünfte, die meisten für Besuchern der großen Städten Nîmes, Montpellier und Narbonne.

Die Voies vertes durch die Étangs im Süden
Am Canal du Midi
Große Lagunen bei Leucate
Via Domitia über die Pyrenäen bei Villeneuve-de-la-Raho

Ein Fahrradweg schlängelt sich von Perpignan die Pyrenäen hoch. Vorher erreicht man noch den Ausflugsort Villeneuve-de-la-Raho, ein großer Baggersee mit einem Fitnesspark. Es ist der alte römische Handelsweg Via Domitia. Oben auf dem Gipfel beginnt Spanien.

Teil 3: Von Hendaye nach Royan

Die Steilküste im Golf von Biscaya

Biscaya ist die Bucht um San Sebastian bis Bayonne. Sie ist geprägt von einer Steilküste. Auf der Westseite in Frankreich kann man abends wunderbare Sonnenuntergänge beobachten.

Durch die Gascogne an der Küste entlang

Die ‚Les Landes‘ bestehen aus aufgeforstetem Kiefernwald. Kleine Fahrradwege durch den Wald erlauben es, auf dem EuroVelo1 (in Frankreich auch Velodyssée genannt) weg ca 200 km nach Norden zu radeln. Die Gegend ist stark bedroht durch Waldbrände. Sehr imponiert hat mir daher, welche Maßnahmen ergriffen wurden, um die Gefahr einzudämmen. Neben großen Schneisen sind vor allem Baumerdbeere angepflanzt worden. Diese sind immergrüne Bäume und dämpfen eine Fortpflanzung des Brandes deutlich.

…im Wald 200 km lang – in der Gasgogne – die EuroVelo 1
Baumerdbeeren werden gegen die Waldbrandgefahr angepflanzt
Erhabene Düne – hier in Pyla, Europas höchste Düne

Vor der Bucht von Arcachon – Europas größte Austernbänke- wieder ein Superlativ: die höchste Düne Europas – Pyla. Sie wandert langsam landeinwärts. Unvergessen der Sonnenuntergang auf dem Gipfel der Düne.

Die Kanonenbatteri Fort des Arros Soulac, die die deutsche Marine 1942 erbaut hat und deren Erstürmung durch die französischen Kräfte im April 1945 ca 1000 Soldaten auf beiden Seiten das Leben gekostet hat.

Die Küste von Bayonne nach Royan ist voll von Bunker, die die deutsche Marine in den 40-50- Jahren gebaut hat. Eine gut erhaltene Kanonenbatterie kann man in Soulac-sur-Mer sehen. Sie ist als Denkmal ausgebaut und ein gutes Wahrzeichen über die Sinnlosigkeit des 2. Weltkrieges. Der Bunker war so gebaut, dass er nur in Richtung See verteidigen konnte. Bei der Eroberung durch französische Truppen im April 1945 starben ca 1000 Soldaten auf beiden Seiten. Man frägt sich zurecht: warum?

Teil 4: Von Royan nach Orleans

Das Amphitehater in Saintes

Saintes an der Charente war im römischen Reich immerhin die Hauptstadt der Saintonge, Das kann man an den Ausgrabungen noch erkennen. Das wuchtige Amphitheater war eines der monumentalsten Theater, welches die Römer damals erbaut haben. Heute ist die Stadt eine eher unbedeutende, aber sehr sehenswerte Stadt, vielleicht noch bekannt durch eben diese Ausgrabungen als alte Kulturstadt der Saintogne.

Felsenhöhlen an der Loire (1)

Auf dem Weg von Saintes nach Saumur an der Loire passierte ich u.a. Niort, Parthenay, Thouars. Diese Stätte liegen im Landesinneren und die Landschaften sind geprägt von einer großflächigen Landwirtschaft und vor allem den ländlichem Strukturwandel. Die Dörfer sterben aus, weil die Infrastruktur ausstirbt. Das aber kennen wir auch in Deutschland, speziell Niederbayern.

Die Städte selbst aber sind total sehenswert, speziell Thouars, welches sich bereits im Einzugsbereich der weiteren Loire befindet. Hier kann man bereits des öfteren den Pruk der alten Schlösser sehen, wie z.B in Montreuil-Bellay.

Felsenhöhlen an der Loire (2)

An der Loire sind drei Dinge zu sehen: alte, reiche Städte (Saumur, Tours, Amboise, Blois, Orleans), viele Burgen (es sind wirklich viele, jede hatte ihr kleines Reich zu verwalten) und die wunderschönen Felsenhöhlen, die heute überwiegend als Kunstateliers und Sektkellereien verwendet werden.

Das Schloss von Saumur (Loire)
Das Schloss von Amboise
Die Kathedrale von Blois
AKW bei Blois
Die Kathedrale von Orleans,
Trambahnen mit induktiver Stromzufuhr

Teil 5: Von Orleans nach Karlsruhe

Der nächste Sprung erfolgt von Orleans nach Troyes, vorbei an Montargis und Sens. In Sens spürt man den Einfluss Paris‘, es ist nur noch 80 km davon entfernt. Diese Strecke hat ein eigenes Flair, denn es ist unterwegs einsam, es geht hügelig rauf und runter. Allerdings auf Autostraßen, hier gibt es keine ausgewiesenen Fahrradwege. Die mitteleuropäische Flora hat mich mittelerweise wieder fest im Griff.

In der Innenstadt von Troyes

Troyes hat mehrere sehr große, alte Kirchen und eine Kathedrale. Daneben aber eine Innenstadt, die wirklich mittelalterlich anmutet. Ich finde, ein Besuch wert.

Oktoberfest in Froncles mit 100 verschiedenen Bieren

Mitten in Grand Est geht es durch den Parc Naturel Régional de la Forêt d’Orient, ein großer Naturschutzpark mit vielen Stauseen. Hier sind die Fahrradwege wieder gut ausgebaut und führen auf den Uferbefestigungen der Seen. Mit dem gestautem Wasser werden die Flüsse, wie die Mosel, für die Schifffahrt reguliert. Hin und wieder gibt es Parkanlagen für Ausflügler, sehr schön, mit Strand, Parks und Campingplätzen versehen.

Das Münchner Oktoberfest hat auch in den kleinen Gemeinden in Frankreich Einzug gehalten. Hier wirbt man allerdings nicht für das Münchner Bier, sondern mit vielen Hunderten Sorten Bier aus Nordfrankreich und Belgien.

In der gold verzierten Innenstadt von Nancy

Eine prunkvolle Stadt ist Nancy, eine der größten Universitätsstädte in Frankreich. Die Innenstadt glänzt vor Goldverzierungen, die auch Laternenmasten erfassen. Der Campingplatz liegt vier Kilometer vor Nancy auf einem steilen Berg, eine kleine Herausforderung für tägliche Besichtigungen in der Stadt.

Am Marne-Rhein Kanal bei Lutzelbourg

Ich fahre weiter am Marne-Rhein Kanal. Er verläuft leicht abwärts und ist beliebtes Ausflugsgebiet für Yachten und Familienväter, die sich als Kapitän fühlen wollen. Das erspart mir das Überqueren der Vogesen. Zahlreiche Staustufen bewirken, dass ich mit dem Fahrrad ungefähr doppelt so schnell an dem gut ausgebauten und wunderschönen Fahrradweg fahren kann. Ich treffe dann auf den Rhein, neben dem auf den beiden Länderseiten der EuroVelo 15 durch die Rheinauen führt.

Radfahren in der Schweiz

Überblick:
Teil 1: Von Kreuzlingen nach Biel
Teil 2: Von Biel nach Genf

Teil 1: Von Kreuzlingen nach Biel

Obstbäume, wohin das Auge blickt um den Bodensee – es ist Frühling

Nach dem Übertritt einer Grenze nehme ich Veränderungen wahr, wie eine andere Währung, eine andere Sprache, andere Häuser- und Gebäudearchitekturen, Straßenmarkierungen, Straßenschilder, Werbeplakate, andere Gebote und Verbote. Man könnte ganze Quizsendungen mit der Abfrage von Unterschieden der Länder machen, die auf die reine Wahrnehmung dieser Dinge beruhen. Diese Dinge machen einen neugierig, wie ich finde.

Zürich: Der Limmat von der Quaibrücke

Zürich ist eine sehr quirlige Universitätsstadt am Züricher See. Hier ist die Studentenschaft sehr aktiv, es gibt eine lebendige politische alternative Kultur, und die Unis haben ein sehr gutes internationales Ranking, allen voran die ETH, die Eidgenössische Technische Hochschule. Diese ist weit über die Landesgrenzen bekannt für viele innovative Forschungsprojekte.

Fahrradwege, fast so breit wie die Straße, gut markiert
Die Schloss Wildegg in Holderbank
Die Festung Aarburg in Aarburg
Frühling an der Aare
An der Aare
An der Aaare, auf der Aaretour

Ich fahre am Limmat entlang, eine relativ flache Radstrecke von Zürich nach Brugg, dann mündet der Fluss in die Aare, die ich bis Biel entlang flussaufwärts fahre. 200 km gemütliches Radeln, im Frühling ein großer Spass.

Kernkraftwerk Gösgen im Kanton Soluthurn
Biel, die Uhrenstadt
Biel/Bienne, die Uhrenstadt im Kanton Bern
Biel / Bienne ist Grenzstadt der Zweisprachigkeit

Biel/Bienne ist eine bemerkenswerte Stadt mit einer malerischen Innenstadt und einer Hochschule, auch die Uhrenindustrie hat hier ihren Sitz. Die Stadt selbst kokettiert mit der Zweisprachigkeit. Ich entdecke ein Café, das auch am Sonntag geöffnet hat und wirbt: „Ouvert le Sonntag 8h00 – 13h00“.

Teil 2: Von Biel nach Genf

Ähnlich wie die Rhône/Rotten im Genfer See, durchfließt die Aare nur den Bieler See, die Aare selbst entspringt in den östlichen Berner Alpen, kommt in Hagneck in den See, tritt in Biel wieder aus in Richtung Koblenz, wo sie dann in den Rhein fließt, immerhin 288 km lang.

Am Lac de Morat – Murtensee, der kleinste der Seen am Rande des Jura, neben Lac Neuchatel und Lac de Bienne.
Straßencafé in Yverdon-les-Bains

Die Strecke um Yverdon ist sehr schön zu fahren, relativ flach am Ufer der beiden Seen entlang. Ich fahre auf Feldwegen, durch verschiedene Salatanpflanzungen und Gemüsebeete. Man sieht und hört von weitem Menschen, die augenscheinlich Saisonarbeiter sind und in ihren verschiedenen Sprachen reden. Sie knien oder liegen auf den Pflückmaschinen, unter ihnen die Beete.

Stadtlauf am Genfer See in Lausanne
Lausanne, eine der drei mondänen Städte am Genfer See (neben Montreux und Genf), liegt hoch oben auf dem Berg, hier in der Innenstadt
Der Sturm peitscht an den Ufern des Genfer Sees
Jede Großstadt hat ihr Wahrzeichen – hier Genf

Genf ist wirklich eine sehr internationale Stadt, ganze Straßenzüge bestehen aus Restaurants mit Spezialitäten aus der ganzen Welt. Auch zum Einkauf kann sich jeder aussuchen, aus welchem Laden welchen Landes heute das Essen zubereitet werden soll. Genf ist aber für mich unwirklich teuer, das Preisniveau liegt noch etwas höher als in Lausanne. Das liegt natürlich zum Teil auch am ungünstigen Wechselkurs von Euro zu SFR.

Die grüne Grenze nach Frankreich

Ich fahre südlich der Rhône in die Berge nach Frankreich und finde dort einen Campingplatz. Nur ein Schild mitten in einem Wäldchen mit der Aufschrift, „Grenze, sie dürfen nur passieren, wenn sie gültige Papiere besitzen“ deutet an, dass hier ein anderes Land beginnt, eine sogenannte grüne Grenze, unkontrolliert, ein Feldweg.